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Brauchtum und Geschichte im Hochpustertal - Drei Zinnen

Die Achtung vor den Traditionen im Hochpustertal hat nicht nur einen religiösen Hintergrund. Der Südtiroler Bevölkerung ist sehr daran gelegen, ihre Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, Bräuche und Traditionen werden daher intensiv gelebt und an die Kinder weitergegeben, die so gleichfalls eine Liebe zu ihrer Heimat entwickeln.
Jede Jahreszeit ist gekennzeichnet durch eine besondere Tradition.

Nikolaus und der Krampus

Jedes Jahr am 5. Dezember kommt bei Einbruch der Dunkelheit der Nikolaus, begleitet von Furcht einflößenden Gestalten aus den Wäldern und Höhlen in den Bergen, den Krampussen. Dieser mit dem Beginn der kalten Jahreszeit verbundene Brauch hat sehr alte Wurzeln. Die Krampusse sind mit Ziegenbockfell gekleidet und tragen oft gruselige Masken mit großen Hörnern. In der Hand halten sie Glocken und Ketten, mit denen sie ihre Ankunft ankündigen. Früher hatten die Kinder vor dem Nikolausumzug Angst, denn diese Gestalten traten zuweilen plötzlich aus der Parade heraus und beschmutzten die Passanten mit Ruß.
Heute hingegen freuen sich alle auf den Nikolausumzug, vor allem die Kinder, die, wenn sie lieb waren, Süßigkeiten, getrocknete Früchte und spezielle Kekse geschenkt bekommen. Die Krampusse stellen den Teufel dar und ihr Auftreten beim Umzug unterstreicht den Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen.

Eierguffen

Ostern ist im Hochpustertal ein besonders wichtiges Fest, das mit der ganzen Familie feierlich begangen wird. Die Kinder freuen sich immer sehr auch auf die Vorbereitungen, denn sie kochen und färben die Ostereier zusammen mit der ganzen Familie.
Der witzigste Osterbrauch, ein Ereignis, das man sich unbedingt anschauen sollte, ist das Eierguffen, ein wahres Duell mit hartgekochten Eiern. Dabei hat jeder der jeweils zwei Kontrahenten ein Ei in der Hand und versucht damit die Schale des gegnerischen Eies kaputtzumachen. Zuerst werden die beiden Spitzen gegeneinander geschlagen, dann die runden Seiten des Eies.
Gewinner ist das Ei, das am Ende noch ganz ist. Am Ostersonntag finden sich nach der Messe alle Einwohner auf dem Dorfplatz ein, wo auf Tischen schon die bemalten und vorbereiteten Eier auf das Ereignis warten. An diesem witzigen Turnier nehmen alle teil, die Großen genauso wie die Kleinen und alle haben daran großen Spaß, Teilnehmer wie Zuschauer!

Prozessionen

Die Menschen in Südtirol hegen eine große Verehrung für ihre traditionelle Musik und die Trachtenumzüge. Die Südtiroler Tracht galt früher als Zeichen dafür, einer bestimmten Gemeinschaft anzugehören und deren Regeln zu respektieren. Heute rufen die Trachten, von denen es auch im Hochpustertal viele gibt, die historischen und religiösen Bräuche in Erinnerung und weisen auf die Verbundenheit mit der Heimat hin. Die meisten Prozessionen haben einen religiösen Hintergrund und werden mit viel Freude und Aufwand gefeiert. Zu diesen bedeutsamen Ereignissen kommt die gesamte Bevölkerung zusammen und gemeinsam versuchen sie, Natur und Himmel günstig zu stimmen, damit die Ernte gut wird und das Tal vor Naturgewalten geschützt wird.
Am Feiertag wird das Heiligste aus der Kirche herausgebracht und zusammen mit Statuen, Bildern und Kerzen durch das Dorf getragen, das so zum Ausdruck gebrachte Gemeinschaftsgefühl ist interessant anzusehen.

Das Herz-Jesu-Feuer

Ein ganz besonderes Ereignis!
Im Pustertal, wie auch im übrigen Südtirol, wird am Sonntag nach Fronleichnam das Herz-Jesu-Fest begangen.
Ein beeindruckendes Fest mit einer ganz eigenen Atmosphäre, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Der besondere Festtagsbrauch geht zurück in die Zeit der napoleonischen Kriege.
Im Jahr 1796 war die Region Tirol durch bayrische Truppen bedroht, die mit den französischen Truppen unter Napoleon verbündet waren. Der Prälat von Stams bat angesichts der drohenden Gefahr das Heilige Herz Jesu um den Schutz der Bevölkerung. Andreas Hofer, einer der berühmtesten Kämpfer der damaligen Zeit, gewann überraschend am Bergisel die Schlacht gegen die französischen und bayrischen Truppen und gelobte bei seiner Rückkehr gemeinsam mit der Bevölkerung dem Herz Jesu ewige Treue.
Noch heute gedenken die Südtiroler dieses feierlichen Gelöbnisses, indem sie zu diesem Anlass riesige Feuer an den Berghängen, auf den Weiden und den kleinen Anhöhen anzünden. Der ganze Himmel erstrahlt in diesem imposanten Ausdruck des Glaubens, und jeder Besucher, der die Gelegenheit hat, dieses Ereignis mitzuerleben, wird fasziniert davon sein.

Almabtrieb

Hält man sich etwa ab Mitte September bis Anfang Oktober in Südtirol auf, hat man oft die Gelegenheit, eine der festlichen Veranstaltungen zum Almabtrieb zu erleben. Die Kühe werden mit Blumengirlanden und Glocken geschmückt und unter viel fröhlichem Hallo hinunter ins Dorf geführt, wo sie die Wintermonate verbringen werden. Der Zug der Tiere ist zum einen Ausdruck der Dankbarkeit dafür, dass die Tiere den Sommer gut überstanden haben, und zum anderen Dank an die Tiere selbst, dass sie dem Menschen den Lebensunterhalt sichern.

Erntedankfest und Kirchtag-Michl

Etwa Ende Oktober bis Anfang November findet gleichzeitig mit dem Erntedankfest auch das traditionelle Fest des Kirchtag-Michl statt. Wer zu dieser Zeit im Pustertal Urlaub macht, wird mit Sicherheit fröhliche Tage mit viel Spaß erleben.
Dieses wirklich einmalige Fest ist vor allem für die Bauern von tiefer Bedeutung, sie danken dem Herrn für die Ernte, der Grundlage dafür, den bevorstehenden kalten Winter überstehen zu können.
Das Ereignis des Kirchtag-Michl erstreckt sich über 2-3 Tage, in denen es viele Leckereien zu probieren gibt, süße ebenso wie herzhafte, und auch ein guter Tropfen Grappa fehlt dabei nicht. Die Dorfburschen fällen einen Baum, befreien ihn von den Ästen und richten ihn im Dorfzentrum auf. Auf die Spitze des Mastes, der mit Seife eingeschmiert und geschmückt wird, kommt der Michl, eine lebensgroße Strohpuppe mit der traditionellen Tracht des jeweiligen Dorfes. Die Puppe, Symbol der Fruchtbarkeit, wird so hoch wie möglich aufgestellt und Tag und Nacht bewacht, damit die Burschen aus den Nachbardörfern sie nicht stehlen können. Am Festmorgen werden die Menschen im Dorf durch den Widerhall der kunstvoll geschwungenen Peitschen, genannt Goaseln, geweckt. Während der Messe und der Prozession wird die Ernte gesegnet, und im Anschluss wird der Dorfbursche gefeiert, dem es gelingt, bis zum Michl hochzuklettern und ihn heil herunter zu bringen.

 

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