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Bozen

Bozen, die Stadt mit den tausend Gesichtern und den tausend Kulturen, Hauptstadt einer ebenso kleinen wie großen Region. Innovativ, aber traditionsverbunden, modern und industrialisiert, aber gleichzeitig respektvoll gegenüber den Bräuchen und Gewohnheiten der alten Zeiten. Eingebettet in einem Talkessel, wo das Eisacktal, das Sarntal und das Etschtal zusammenlaufen, liegt Bozen seit jeher in einem Gebiet, das als Grenzpunkt zwischen Italien und der germanischen Welt angesehen wurde. Nicht aus Zufall besitzt Bozen den Beinamen "Tor zu den Dolomiten". Die Mendel-Bergkette, das Hochplateau des Salten und der Ritten und der Kohlerer Berg sind die bedeutendsten Gipfel, die die Stadt umgeben; der Talfer, der Eisack und die Etsch die bedeutendsten Wasserläufe, die die Stadt durchqueren. Eine reiche Vielfalt an Landschaften, die sich alle in einem (im Vergleich zu den anderen italienischen Städten) kleinen Ort finden, der ein wenig mehr als 100.000 Einwohner zählt.

Die auf 265 Meter ü.d.M. gelegene Stadt Bozen besitzt prähistorische Ursprünge, auch wenn die Anfänge seiner Altstadt auf das XII. Jahrhundert  n.Chr. zurückgehen. Seit der Antike ist Bozen eine namhafte Stadt der Zusammenkunft, in der Kultur- und Handelsaustausch seit jeher das erfolgreiche Zusammenleben zwischen deutschen und italienischen Händlern förderte. Ihr Wachstum und ihre Entwicklung rühren gerade von der vorteilhaften geografischen Position her, die schon für die ersten Handelstreibenden und Jahrmärkte des Mittelalters ein begehrtes Ziel war.

Während seines Wachstums im Laufe der Jahrhunderte wusste Bozen sich bald unter dem architektonischen und städtebaulichen Gesichtspunkt zu unterscheiden. Sie wurde eine der am besten organisierten und strukturierten Städte nicht nur in Südtirol, sondern in ganz Italien. Barock, Rokoko, Neugotik, Neuromanik sowie zahlreiche Formen, die an den Jugendstil erinnern, stellen nur einige der architektonischen Stile dar, die im gesamten Stadtgefüge zu finden sind. Zudem macht der starke Einfluss während des Faschismus, dessen sichtbarstes Symbol ohne Zweifel das Siegesdenkmal ist, Bozen zu einem Ort, der an jeder Ecke seine Andersartigkeit zeigt.

Obwohl viele Bozen als die kälteste Stadt Italiens erachten, erreicht Bozen im Sommer in Wirklichkeit sehr hohe Temperaturen. Die geografische Lage inmitten der Berge, das trockene Klima und der selten auftretende Nebel und Dunst schenken der Stadt frühe und lange Sommer. Es ist kein Zufall, dass Bozen so viele Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten anbietet. Allein die Radwege, die kreuz und quer durch die Stadt verlaufen, die Schwimmbäder, die Sportplätze, die Wanderwege sowie der Kultursalon, der im historischen Stadtzentrum einlädt, schaffen es, eine große Vielfalt an Touristen anzuziehen.

Der Waltherplatz, der Kornplatz, der Siegesplatz, die Laubengasse, die Franziskanerkirche, der Dom Maria Himmelfahrt, die Kunst in all ihren Formen, die sich mit einer beneidenswerten Pracht präsentiert; und dann die Wiesen der Talfer, die sich so weit erstrecken, fast, als würden sie sich über die Altstadt verbreiten wollen, bieten Kühlung und Ruhe für alle, die sich an den Wochenenden oder nach getaner Arbeit bei einem leichten Spaziergang erholen wollen.

So präsentiert sich Bozen den Touristen, die von überallher kommen, und straft ein für alle Mal den berühmten Spruch "Vier Bozner, fünf Tische" der Lüge, der die Südtiroler Hauptstadt als verschlossen und wenig gastfreundlich darstellen möchte. Die verschiedenen Volksgruppen, die verschiedenen Sprachen und die verschiedenen Religionen beschreiben in Wirklichkeit vollkommen eine der erfolgreichsten "Melting Pots" ganz Italiens.

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