Reschen: Das alpine Dorf mit versunkener Vergangenheit
Auf etwa 1.500 m Meereshöhe liegt Reschen (dt. Reschen am See), eine Fraktion von Graun im Vinschgau in der Oberen Vinschgau. Heute zählt der Ort zu den faszinierendsten Reisezielen Südtirols. Weltweit bekannt ist er durch den Reschensee und den berühmten versunkenen Kirchturm – ein stilles Symbol einer bewegenden und eindrucksvollen Vergangenheit.

Das Dorf, das aus dem See ragt
Bis 1928 war Reschen eine eigenständige Gemeinde. Später wurde es zusammen mit Langtaufers und St. Valentin auf der Haide der Gemeinde Graun angeschlossen. Heute bezeichnet Reschen eine Fraktion von Graun im Vinschgau.
Mit der Errichtung eines Stausees im Jahr 1950 wurde ein Großteil des damaligen Ortskerns überflutet – ebenso wie das gesamte Dorf Graun. Nur der Kirchturm der alten Kirche blieb stehen und ragt seitdem einsam aus dem Wasser – ein Symbol des Gedenkens und des Widerstands. Dieses bewegende Bild zieht heute Fotograf:innen, Reisende und Sportbegeisterte aus aller Welt an.
Ein 2–3-stündiger Spaziergang entlang des Reschensees verbindet Reschen mit St. Valentin auf der Haide und bietet spektakuläre Ausblicke auf grüne Wiesen und türkisfarbenes Wasser.
Ein Reiseziel für das ganze Jahr
Ob Sommer oder Winter: Reschen ist ein ideales Ziel für alle, die Entspannung, Sport und Natur suchen. Im Winter bietet das Skigebiet Schöneben–Haideralm bestens präparierte Pisten für alle Könnerstufen. Im Sommer sind Wanderungen oder Radtouren entlang des Vinschger Höhenwegs oder rund um den See unvergessliche Erlebnisse.
Ein Blick in die Geschichte: Die Bunker des Zweiten Weltkriegs
Reschen steht nicht nur für Natur und Sport, sondern auch für historisches Gedenken. Während des Zweiten Weltkriegs entstanden hier mehrere Verteidigungsanlagen, die auf Mussolinis Befehl hin errichtet wurden, um die italienische Grenze vor einer möglichen deutschen Invasion zu schützen (Sperren Reschenpass und Pian dei Morti). Heute sind noch Bunker und Panzergräben sichtbar, besonders im Bereich des Reschenpasses.
Seit 2011 organisiert der Tourismusverein Reschenpass geführte Bunkerwanderungen zur Bunkeranlage Nr. 20 nahe der Etschquelle. Die Führungen finden jeden Freitag um 15 Uhr in den Monaten Juli, August und September statt und dauern etwa eineinhalb Stunden – eine perfekte Gelegenheit, Natur und Geschichte bei einer bedeutungsvollen Wanderung zu verbinden.
Reschen ist ein Ort, an dem sich landschaftliche Schönheit, historische Tiefe und vielfältige Freizeitmöglichkeiten vereinen. Ob man den berühmten Kirchturm bestaunen, alpine Pfade erkunden oder die Spuren des Zweiten Weltkriegs entdecken möchte – hier wartet ein Stück Südtirol, das tief berührt.
Latsch: Wo die Geschichte auf Südtirols Gipfel trifft
Auf 639 m Meereshöhe im Herzen des Vinschgaus gelegen, ist Latsch ein echtes Juwel voller Kunst und Kultur. Dank seiner strategischen Lage – am Kreuzungspunkt zwischen dem Vinschgau und dem Ultental – und weil es von vielen Überfällen verschont blieb, konnten hier kostbare Kunstschätze über die Jahrhunderte bewahrt werden.
Vom Wasser des Etsch bis zur klimatischen Oase
Der Name „Latsch“ stammt vom lateinischen lacus, was „See“ bedeutet – ein Hinweis darauf, dass das Gebiet einst vollständig vom Wasser der Etsch bedeckt war.
Heute liegt Latsch grün eingebettet in der Landschaft und gilt als erstklassiger Luftkurort, bekannt für sein reines Klima und die vielen Wanderwege, die zu Panorama-Gipfeln wie der Zwölfer Spitze, der Vermoi-Spitze, dem Tramontana-Berg, dem Niederjöchl oder dem Zerminger führen.
Fraktionen voller kultureller Schätze
Die Gemeinde besteht aus vier charaktervollen Fraktionen: Tarsch, St. Martin im Kofel, Morter und Goldrain. Jede für sich begeistert mit alten Kirchen, Burgen und historischen Bauwerken, die Einblicke in die lange Geschichte und typische Bauweise des Vinschgaus geben.
Zähe Menschen und alte Bräuche
Die Menschen in Latsch sind bekannt für ihre Standhaftigkeit und tiefe Verbundenheit mit ihrer Heimat. Eine überlieferte Geschichte berichtet, dass Hirten auf dem Weg ins Schnalstal nur kurz rasten durften, damit ihr Vieh nicht das Gras auf den Latscher Weiden fraß.
Ein fest verankerter Brauch ist der Markttag am 17. März, einst das gesellschaftliche und wirtschaftliche Zentrum des Dorflebens: Schulden wurden beglichen, Arbeit gesucht, Urteile gefällt und Bekanntschaften geschlossen.
Ein kurioses Detail: Arbeitssuchende Tagelöhner steckten sich einen Löffel an den Hut, um auf sich aufmerksam zu machen. Es heißt auch, die Bauern aus dem Martelltal hätten diesen Tag genutzt, um Vieh zu stehlen und den daheimgebliebenen Frauen nachzustellen.
Heute wird das Ereignis symbolisch gefeiert, ist aber nach wie vor ein bedeutender Bestandteil des Dorflebens.
Apfelhochburg mit landwirtschaftlicher Spitzenqualität
Neben seinem kulturellen Reichtum zählt Latsch auch zu den wichtigsten Apfelanbaugebieten im Vinschgau. Die gepflegten Apfelhaine erstrecken sich kilometerweit und liefern knackig-frische Früchte, die bis weit über die Landesgrenzen hinaus exportiert werden.
Latsch ist ein Ort, der mit Authentizität, alten Traditionen und einer beeindruckenden Bergkulisse überrascht – perfekt für alle, die Entspannung, Kultur und Südtiroler Genussmomente suchen.
Trafoi: Ein Ort der Ruhe zwischen Geschichte, Glaube und unberührter Natur
Trafoi, auf 1.545 m Höhe im Herzen des Nationalparks Stilfserjoch gelegen, ist ein winziges Alpendorf mit weniger als 100 Einwohnern. Die spektakuläre Lage am Fuß des Ortler-Massivs macht es zu einem beliebten Ziel für alle, die Stille, Ursprünglichkeit und ein Hauch von Geheimnis suchen.
Von frühen Siedlern zu internationaler Aufmerksamkeit
Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1300 unter dem Namen Traful, doch soll bereits 1221 ein christlicher Eremit hier Zuflucht gefunden haben. Bekannt wurde Trafoi im 19. Jahrhundert durch die Erstbesteigung des Ortlers (1804), aber auch durch einen düsteren Vorfall: der Fall Tourville, bei dem ein französischer Adliger beschuldigt wurde, seine Frau aus Habgier ermordet zu haben. Die europäische Presse stürzte sich auf die Geschichte – und Trafoi rückte ins Rampenlicht.
Gustav Thöni: Die Skilegende
Trafoi ist auch die Heimat von Gustav Thöni, mehrmaliger Weltmeister und Gewinner des Skiweltcups in den Jahren 1971, 1972, 1973 und 1975. Heute betreibt er persönlich ein Hotel im Ort – und begrüßt dort Bergfreunde und Gäste aus aller Welt.
Die Naturschönheit von Trafoi
Die Umgebung von Trafoi ist von außergewöhnlicher Schönheit: Enzian, Orchideen, Disteln – aber auch Hirsche, Murmeltiere, Rehe und Steinadler bevölkern dieses intakte Ökosystem. Wanderungen durch Wälder und Almen bieten zu jeder Jahreszeit postkartenreife Ausblicke.
Das Heiligtum „Unsere Liebe Frau der Drei Heiligen Quellen“
Ein Ort tief empfundener Spiritualität ist das Heiligtum „Unsere Liebe Frau der Drei Heiligen Quellen“, das auf einer alten Volkssage beruht. Der Legende nach hörte ein Holzhauer beim Fällen eines Baumes eine Stimme rufen: „Hau ruhig weiter, aber nicht mich.“ Verängstigt blickte er auf – und sah das Gesicht der Madonna in den Ästen. An dieser Stelle entstand zunächst eine einfache Holzkapelle, später die heutige Kirche aus Stein. Seither ist der Ort Ziel vieler Pilger.
Trafoi vereint wilde Natur, tiefen Glauben und faszinierende Geschichten. Wer eine stille, erholsame Auszeit abseits des Massentourismus sucht, findet hier echte Emotionen und unvergessliche Momente.
Mals: Zwischen jahrtausendealter Geschichte, Spiritualität und einzigartigen Naturphänomenen
Im Herzen der Obervinschgau auf 1.050 m Höhe liegt die Gemeinde Mals – die flächenmäßig größte im Tal und die drittgrößte in ganz Südtirol. Ihre Fraktionen – von Burgeis bis Matsch, von Schleis bis Planeil – waren einst eigenständig, bilden heute aber ein Gebiet voller Kultur, alpiner Baukunst und tiefer Spiritualität.
Das Dorf der sieben Türme
Früher bekannt als „Mals mit den sieben Türmen“, sind heute noch fünf erhalten – stille Zeugen einer bewegten Vergangenheit. Besonders hervorzuheben ist der Fröhlichsturm, Teil des gleichnamigen Schlosses aus dem 12. Jahrhundert. Reiseberichte wie das Tagebuch von Bianca Maria Sforza beschreiben Schloss Fröhlich als prunkvollen Sitz mit kunstvoll gestalteten Tiroler Stuben.

Die Abtei Marienberg und religiöse Schätze
Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der Umgebung zählt zweifellos die Benediktinerabtei Marienberg, gegründet im 12. Jahrhundert. Sie liegt in Burgeis und ist das höchstgelegene aktive Kloster Europas. Ihre romanische Krypta mit einzigartigen Freskenzyklen ist ein Highlight für alle Liebhaber sakraler Kunst.
Ebenfalls sehenswert ist die St. Benedikt-Kirche aus dem 9. Jahrhundert. Inmitten von Stille und Zeit birgt sie uralte Wandmalereien, darunter Darstellungen von Papst Gregor dem Großen und dem heiligen Stephanus.
Planeil und das Phänomen der zwei Sonnenaufgänge
Eine der Besonderheiten von Mals ist das hochgelegene Dorf Planeil auf 1.600 m Seehöhe. Aufgrund der Nähe zum Gipfel der Spitzigen Lun erlebt man hier ein seltenes Naturphänomen: die Sonne geht zweimal auf und unter, weil sie für kurze Zeit hinter dem Berg verschwindet, bevor sie erneut erscheint. Besonders im Sommer sorgt dieses Schauspiel für faszinierende Lichtstimmungen.
Obwohl Planeil im Laufe der Jahrhunderte mehrfach von Bränden heimgesucht wurde, hat es seinen ursprünglichen Charakter bewahrt – mit typischer Architektur und authentischem Charme.
Zwischen Spiritualität, Natur und Legenden ist Mals ein idealer Ort für alle, die Erholung, Kultur und eindrucksvolle Naturerlebnisse verbinden möchten. Ein Ort, an dem die Zeit zweimal anbricht – und Vergangenheit und Gegenwart auf Schritt und Tritt spürbar sind.
Prad am Stilfserjoch: Zwischen Geschichte, Architektur und alpinem Geist
Im Herzen des Vinschgaus, im Gebiet des Nationalparks Stilfserjoch, liegt Prad am Stilfserjoch – ein Ort, in dem Vergangenheit und Gegenwart in perfekter Harmonie verschmelzen. Das historische Zentrum mit gepflasterten Gassen und malerischen Winkeln trifft auf moderne, stilvolle Architektur und schafft eine Atmosphäre, die zugleich authentisch und lebendig ist.
Architektonische Schätze zwischen Mittelalter und Barock
Beim Bummel durch Prad entdeckt man wahre Schmuckstücke: In der Agentenstraße Nr. 18 steht ein romanisches Wohnhaus mit Umbauten aus dem 16. Jahrhundert, während in der Hauptstraße Nr. 20 ein elegantes Bürgerhaus mit feinen Dekoren aus dem Jahr 1750 beeindruckt. Nicht weit entfernt liegt Schloss Garitz, ein ehemaliger Jagdsitz inmitten alpiner Stille.
Die Kirchen von Prad: Spiritualität trifft Kunst
Auch spirituell hat der Ort viel zu bieten: die Pfarrkirche Maria Königin und die Kirche St. Georg gehören zu den wichtigsten religiösen Bauwerken. Besonders hervorzuheben ist jedoch die Johanneskirche aus dem 13. Jahrhundert. Im romanischen Stil erbaut, diente sie einst als private Kapelle der Grafen von Tschengels und wurde später der örtlichen Seelsorge übergeben. Geweiht ist sie Johannes dem Evangelisten und Johannes dem Täufer. Nach der Restaurierung im Jahr 2008 sind dort wieder Fresken und sakrale Symbole zu sehen, die von einer langen Geschichte erzählen.
Ein Ort für alle Jahreszeiten
Prad am Stilfserjoch ist mehr als ein Dorf – es ist ein idealer Ausgangspunkt, um die Schätze des Nationalparks Stilfserjoch zu entdecken, Outdoor-Aktivitäten zu genießen und in die Kultur und Geschichte des Vinschgaus einzutauchen. Ein authentischer Ort, an dem jede Mauer eine Geschichte erzählt und jede Landschaft zum Innehalten einlädt.
Martelltal: Das Tal der Erdbeeren und der ursprünglichen Landschaften
Das Martelltal liegt im Herzen des Nationalparks Stilfserjoch, auf Höhenlagen zwischen 900 und 1.800 m. Dieses Seitental des Vinschgaus ist ein wahres Paradies für alle, die Natur, ehrliche Aromen und Ruhe suchen – dank seines trockenen Klimas, das sich perfekt für den Anbau von Erdbeeren eignet, die europaweit bekannt sind, sowie von Gemüse wie Radicchio.
Im Juni findet das Erdbeerfest statt – mit kulinarischen Ständen, Kunsthandwerksmärkten und Verkostungen. Eine ideale Gelegenheit, um Süßspeisen und Konfitüren zu probieren, Gewächshäuser zu besichtigen und lokale Traditionen kennenzulernen.
Der Plimabach und das Echo der großen Flut
Die Landschaft des Martelltals wird vom Plimabach geprägt, der vom Gletscherschmelzwasser gespeist wird. 1891 verursachte er eine verheerende Überschwemmung, die das Tal tief erschütterte. Um künftige Katastrophen zu vermeiden, wurde ein gewaltiger Staudamm errichtet, der bis heute besteht – erkennbar an seiner kreisrunden Öffnung an der Basis, die den Wasserabfluss reguliert.
Kurios: Die riesigen Steine für den Damm wurden mit einfachen Mitteln und großer Muskelkraft transportiert. Bis heute gibt dieses Bauwerk Rätsel auf – wie war eine solche Leistung damals überhaupt möglich?
Zwischen Geschichte, Kultur und Bewegung in der Natur
Das Martelltal bietet mehr als Natur: Es birgt alte Kultstätten und eine tiefe Spiritualität. Ein Beispiel ist die Pfarrkirche St. Walburga aus dem Jahr 1203. Ursprünglich romanisch, sind bis heute Teile des Kirchturms und Reste verschwundener Fresken erhalten – darunter eine Darstellung des heiligen Christophorus von 1557.
Für Wanderfreunde gibt es hier 220 km gut markierte Wege – für alle Schwierigkeitsgrade. Sie führen durch blühende Almen, alte Wälder und beeindruckende Berglandschaften. Im Winter verwandelt sich das Tal in ein ruhiges Refugium für Langlauf und Schneeschuhwandern, fernab vom Massentourismus.
Das Martelltal empfängt dich mit heilender Stille, ehrlichen Produkten und einer Natur voller Geschichten. Eine authentische Destination – ideal zu jeder Jahreszeit.
Vinschgau: Das Winterparadies
Im Vinschgau ist der Winter pure Emotion. Stellen Sie sich verschneite Landschaften, unberührte Natur und jeden Tag ein neues Schneeabenteuer vor. In sieben modernen und gut ausgestatteten Skigebieten ist Skifahren nur der Anfang:
- Skigebiet Schöneben – Haideralm
- Skigebiet Maseben – Langtaufers
- Skigebiet Watles
- Skigebiet Sulden am Ortler
- Skigebiet Trafoi am Ortler
- Skigebiet Latsch Pure Nature Ski
Mehr als Skifahren: Winter neu erleben
Im Vinschgau erwarten Sie nicht nur bestens präparierte Pisten, sondern eine große Vielfalt an Wintersportmöglichkeiten:
- Schneeschuhwanderungen in stillen Winkeln, wo die Zeit stillzustehen scheint.
- Langlauf auf herrlichen Panoramarouten.
- Winterwanderungen und Nordic Walking im Schnee durch zauberhafte Wälder.
- Eisklettern für alle, die den Nervenkitzel suchen.
- Rodeln für Groß und Klein.
- Snowkiten – fliegen auf Skiern, getragen vom Wind.
- Ausritte im Schnee – Natur hautnah erleben.
- Eislaufen auf natürlich gefrorenen Seen oder gepflegten Eisbahnen.
Buchen Sie jetzt Ihren Winterurlaub im Vinschgau und erleben Sie Abenteuer, Erholung und atemberaubende Ausblicke. Hier wird jeder Schneetag zu einer bleibenden Erinnerung.
Kloster St. Johann in Müstair: Spiritualität und Kunst in den Alpen
Nur wenige Kilometer hinter der italienischen Grenze, nach dem malerischen Ort Taufers im Vinschgau, liegt eines der bedeutendsten sakralen Kunstdenkmäler der Alpen: das Kloster St. Johann in Müstair im Herzen des Schweizer Münstertals. Eingebettet in eine eindrucksvolle Berglandschaft, bewahrt dieser Ort über tausend Jahre Geschichte, Kultur und Spiritualität – und gehört seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Von Karl dem Großen zum Schweigen der Benediktinerinnen
Gegründet wurde das Kloster um 775 n. Chr. auf Initiative Karls des Großen und war jahrhundertelang Heimat von Mönchen und Nonnen. Seit 1163 leben hier Benediktinerinnen nach der Regel des hl. Benedikt: „Ora et labora“ – bete und arbeite. Der Tagesablauf der Schwestern ist geprägt von spirituellen Momenten und praktischer Arbeit: im biologischen Klostergarten, in der kunsthandwerklichen Produktion, in der Betreuung der Klosterbibliothek sowie im Museum, das Besucher willkommen heißt.
Karolingische und romanische Meisterwerke
Zentrum der Anlage ist die Klosterkirche mit einem kostbaren Zyklus karolingischer Wandmalereien aus dem Jahr 775, die 1894 entdeckt wurden. Sie zeigen Szenen aus dem Leben Christi und gehören zu den am besten erhaltenen Wandmalereien jener Zeit. Ergänzt werden sie durch romanische Fresken aus dem 13. Jahrhundert mit Darstellungen von Johannes dem Täufer, Petrus, Paulus und anderen Märtyrern.
Zu den besonderen Schätzen zählen die lebensgroße Statue Karls des Großen, geschaffen kurz nach seiner Heiligsprechung, die Heiligkreuzkapelle, die preromanische Bischofsresidenz von 1035 und der westliche Wirtschaftshof. Jeder Teil des Klosters erzählt von Bränden, Wiederaufbauten und Erweiterungen – ein lebendiges Zeugnis jahrhundertelanger Geschichte.
Der Erhalt dieses einzigartigen Ortes wird nicht nur durch kantonale Stellen sichergestellt, sondern auch durch die Stiftung Pro Kloster St. Johann, die Restaurierungen finanziell und organisatorisch begleitet.
Das Museum im Plantaturm
Gleich neben dem Kloster befindet sich das Klostermuseum im jahrhundertealten Plantaturm, einem ehemaligen Wehrturm. Hier geben die Abtissinnenzimmer, historischen Schlafsäle, Gebetsräume und Privatstuben einen authentischen Einblick in das klösterliche Leben vergangener Jahrhunderte. Alltagsgegenstände, religiöse Texte, Originalmöbel und kostbare Paramente machen den Besuch zu einer bewegenden Zeitreise.
Butia: Klosterhandwerk mit Herz
Ein Besuch der Butia, des kleinen Klosterladens, lohnt sich ebenfalls. Hier findet man devotionale Objekte, handgemachte Produkte und Souvenirs aus klösterlicher Handarbeit. Gleichzeitig dient der Laden als Informationsstelle für Müstair, das Münstertal und nahegelegene Wander- und Kulturrouten im Vinschgau.
Wer einen Ort sucht, an dem Spiritualität, jahrtausendealte Geschichte und Kunst in vollkommener Harmonie verschmelzen, wird vom Kloster St. Johann in Müstair tief berührt und nachhaltig inspiriert.
Vinschgau: Eine Reise ins Herz Südtirols
Jede Region hat ihr verborgenes Herz – in Südtirol ist es der Vinschgau: ein Mosaik aus Biodiversität, Geschichten und Gegensätzen, eingebettet zwischen der Schweiz, Österreich, dem Trentino und der Lombardei.
Hier treffen vier Sprachen aufeinander – Deutsch, Italienisch, Ladinisch und Rätoromanisch – und diese kulturelle Vielfalt spiegelt sich in der gesamten Landschaft wider. Von den Gipfeln der Ortlergruppe bis zum Reschensee, von Apfelplantagen im Tal bis zu zeitlosen Dörfern: Der Vinschgau ist eine Einladung zum Entdecken, Atmen und Erleben.
Ober- und Untervinschgau: Zwei Seelen, ein Tal
Das Tal gliedert sich in den Obervinschgau mit Hauptort Mals und den Untervinschgau mit Schlanders als Zentrum. Insgesamt gehören 13 Gemeinden zur Region, darunter Graun, Glurns – die kleinste Stadt Italiens – und Schnals.
Beide Teile bieten ganzjährig ideale Urlaubsbedingungen – mit Wandern, Wintersport, Kultur und Entspannung.
Natur und Abenteuer
Der Nationalpark Stilfserjoch
Ein Teil des Nationalparks Stilfserjoch, eines der ältesten und beeindruckendsten Schutzgebiete Italiens, liegt im Vinschgau. Hier leben Tiere wie Rothirsch, Steinbock und Murmeltier sowie eine außergewöhnliche Flora mit Edelweiß und botanischen Raritäten.
Die Landschaft reicht von Talböden auf 400 m bis zu Gipfeln nahe 4.000 m: ein einzigartiges Ökosystem für Wanderungen, alpine Touren, Schneeschuhwanderungen und Gletschererlebnisse in der Ortler-Cevedale-Gruppe – mit hochgelegenen Orten wie Trafoi und Sulden.

Unterwegs im Vinschgau:
Wandern zwischen Wasserläufen und Geschichte
Für Wanderfreunde ist der Vinschgau ein Paradies: Die Waalwege folgen alten Bewässerungskanälen, die noch heute begehbar sind – UNESCO-ausgezeichnetes Kulturerbe. Von familienfreundlichen Wegen bis zu anspruchsvollen Trails begleitet einen stets das Plätschern des Wassers und die natürliche Schönheit der Umgebung.

Wintersport:
Skierlebnisse und Schneespaß
Der Winter im Vinschgau bietet unvergessliche Erlebnisse. Die Skigebiete Sulden und Trafoi begeistern mit Pisten aller Schwierigkeitsgrade, Panoramaausblicken und modernem Komfort. Auch Schöneben – Haideralm bietet Schneeerlebnis pur: Skifahren, Snowboarden, Freeriden, Skitouren, Langlauf, Rodeln, Snowkiten, Eisklettern und mehr.
Für Kinder und Einsteiger gibt es Skischulen und ausgestattete Lernareale.
Burgen und Spiritualität: Edle und heilige Zeugnisse
Mit über 40 Burgen und Festungen ist der Vinschgau ein offenes Geschichtsbuch. Churburg, Schloss Juval oder Schloss Kastelbell erzählen von Grenzverläufen, Eroberungen und Wiedergeburten. Heute beherbergen viele von ihnen Museen, Ausstellungen und Kulturveranstaltungen.
Spirituelles Symbol der Region ist das Benediktinerkloster Marienberg – das höchstgelegene Kloster Europas. Bei Führungen kann man Fresken, jahrhundertealte Architektur und Stille voller Bedeutung erleben.
Genuss und Tradition:
Zwischen Marmor und Marillen
Die Biodiversität des Vinschgaus spiegelt sich auch im Geschmack wider. Neben den berühmten Äpfeln wachsen hier die Vinschger Marillen: klein, süß und beliebt für Marmeladen, Desserts und feine Küche.
Ein weiterer Schatz ist der weiße Marmor aus Laas und Schlanders – weltweit gefragt und verbaut unter anderem in der Moschee von Abu Dhabi oder der größten U-Bahn-Station der Welt bei Ground Zero in New York. Seine Geschichte und Verarbeitung lassen sich bei Marmorführungen entdecken.


Mit dem Rad oder Zug:
Die grüne Seele des Vinschgaus
Der Vinschger Radweg zählt zu den schönsten Europas: 80 km von Reschen bis Meran, vorbei an Obstgärten, historischen Dörfern und Weingärten – und kombinierbar mit der Vinschgerbahn, dem Panorama-Zug durch das ganze Tal.
Eine langsame, romantische Reise – zu jeder Jahreszeit ein Genuss.

Der versunkene Kirchturm:
Zwischen Mythos und Erinnerung
Der Kirchturm im Reschensee ist das Wahrzeichen des Vinschgaus und eines der meistfotografierten Motive Südtirols. Doch hinter seiner märchenhaften Schönheit verbirgt sich ein trauriges Kapitel: Über 150 Familien mussten in den 1950er-Jahren für den Bau des Stausees ihre Heimat verlassen. Der einsame Turm ist heute Symbol für Erinnerung und Widerstandskraft.

Und wenn es regnet?
Zwei Museen, die sich lohnen
Auch bei seltenem Regen bietet der Vinschgau lohnende Erlebnisse:
- Schreibmaschinenmuseum in Partschins – mit der berühmten Enigma
- Eisenbahnwelt – die größte Modelleisenbahnanlage Italiens mit über 1.000 m²
Der Vinschgau lebt in der Vertikale und Horizontale – zwischen rauer Natur und warmer Gastlichkeit, zwischen Abenteuerlust und Stille. Eine Reise, die Grenzen überwindet – und im Herzen bleibt.
Südtirol ein Land
voller Vielfalt
Berge, Täler, Weinberge und Bilderbuchdörfer: Südtirol ist ein Mosaik an Eindrücken und Gegensätzen. Tauchen Sie ein in die Welt der Dolomiten, entdecken Sie ruhige Alpentäler und lassen Sie sich von der Vielfalt der Regionen inspirieren.
Schnalstal
Heimat von Ötzi, zwischen ewigen Gletschern und geschichtsträchtiger Stille.
Passeiertal
Tiroler Tradition, grüne Wege und rauschende Wasserfälle
Eggental / Rosengarten
Der Latemar wacht über smaragdgrüne Wälder und Seen.
Überetsch und Unterland
Düfte und Farben in einem milden Klima: ein mehrjähriger Frühling.
Kronplatz
Höhenmuseen, Radwege und atemberaubende Aussichten.
Alta Badia
Ladinisches Herz inmitten der Dolomiten und aufrichtige Traditionen.
Sarntal
Eine authentische Ecke, in der das traditionelle Kunsthandwerk gedeiht.
Gröden
Holzschnitzereien, legendäre Pisten und vertikale Panoramen.
Vinschgau
Land der blühenden Apfelgärten, alten Burgen und des imposanten Sonnenbergs.
Seiseralm
Weite Wiesen, gemütliche Hütten und spektakuläre Sonnenuntergänge.
Villnöss
Die meistfotografierte kleine Kirche und bewegende Stille.
Eggental
Der Latemar wacht über smaragdgrüne Wälder und Seen.
Tauferer Ahrntal
Abenteuer in Schluchten, Bergwerken und auf alpinen Pfaden.
Hochpustertal - Drei Zinnen
Der Duft von Wäldern, Almen und malerischen Seen.
Bozen und Umgebung
Lebendige Stadt der Museen, Weinstuben und historischen Sehenswürdigkeiten.
Ultental - Deutschnonsberg
Jahrhundertealte Lärchen, hölzerne Weiler und ein langsames, regenerierendes Tempo.
Eisacktal
Kastanien, Abteien und Wege durch Weinberge und mittelalterliche Dörfer.
Meran und Umgebung
Palmen, Bäder und Spaziergänge zwischen Jugendstilvillen und Weinbergen.
Die besten Hotels in Südtirol
Charmant, naturnah und handverlesen: Entdecken Sie, wo man in Südtirol wirklich gut schläft – eingebettet in atemberaubende Landschaften und authentische Orte.
Wählen Sie Ihren nächsten Urlaub
Wie möchten Sie Südtirol erleben?
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Ob Designhotel, Wellness-Oase, Urlaub auf dem Bauernhof, Berghütte oder romantischer Urlaub zu zweit – hier finden Sie, was zu Ihnen passt. Auch für Kurzentschlossene gibt es attraktive Last Minute Angebote.
Die Täler, die man nicht verpassen sollte
Stellen Sie sich vor: Auf Schnee gehen und bei jedem Schritt ein wenig einsinken, nur das Knistern des Schnees unter den Stiefeln hören und sonst nichts. Die Natur dieser Orte bietet auch Möglichkeiten zum Skitourengehen, Schneeschuhwandern und Eisklettern.
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