Naturpark Puez-Geisler: Eine Reise durch die geologische Geschichte
Der Naturpark Puez-Geisler erstreckt sich zwischen Gröden, dem Villnösstal und Alta Badia. Im Herzen Südtirols gelegen, verdankt er seinen Namen den beiden markanten Gebirgsgruppen, die ihn prägen: der Puezgruppe und den Geislerspitzen.
Der Park wurde 1978 gegründet und 1999 bis in das Gebiet nördlich von St. Ulrich erweitert. Heute umfasst er eine Fläche von über 10.000 Hektar und gilt dank der außergewöhnlichen Vielfalt an Gesteinen und Sedimenten entlang seiner Wege als wahres geologisches Nachschlagewerk.

Eine Reise durch die Erdgeschichte
Das Schutzgebiet Puez-Geisler bietet eine einzigartige Gelegenheit, die wichtigsten Gesteinsformationen der Dolomiten zu entdecken. Seine außergewöhnliche geologische Schichtung macht Millionen Jahre Erdgeschichte sichtbar.
Die ältesten Schichten reichen rund 200 Millionen Jahre zurück und erzählen von einer Zeit, als diese Berge tropische Atolle und Korallenriffe waren, die vom Meer umgeben wurden. Durch Erosion und tektonische Bewegungen formte sich das Gestein über Jahrtausende zu jener eindrucksvollen Landschaft, die wir heute bewundern.
Im Norden, nahe der Geislergruppe, dominiert der Dolomit mit seinen schroffen Felstürmen das Panorama. Im Puezmassiv hingegen finden sich Sedimente aus Kreide- und Jurazeit, deren Farben von Rot über Grau bis Grün reichen.

Zwei Gebirgsgruppen, zwei Charaktere
Der Naturpark trägt den Namen zweier unterschiedlicher Gebirgsgruppen: der Geislergruppe und der Puezgruppe. Gemeinsam bilden sie zwei Seiten derselben Medaille – kontrastreich, eindrucksvoll und von außergewöhnlicher Schönheit.
Auf der einen Seite erhebt sich die Geislergruppe. Ihr ladinischer Name bedeutet „Nadeln“ und verweist auf die markanten, spitzen Gipfel wie den Sass Rigais (3.025 m), die Furchetta (3.025 m), die Große und Kleine Fermeda sowie den Sass de Mesdì.
Auf der anderen Seite steht die Puezgruppe, geprägt von abwechslungsreichen und unregelmäßigen Bergformen. Besonders das Puez-Hochplateau wirkt mit seiner kargen Landschaft beinahe wie eine Mondlandschaft. Zu den bekanntesten Gipfeln zählen der Piz de Puez (2.918 m) und der Sassongher (2.665 m).
Flora und Fauna: Ein Ökosystem voller Vielfalt
Der Park besteht nicht nur aus Felsen und Bergen. Seine Wälder zeigen sich besonders im Frühling und Herbst in beeindruckenden Farben und voller Leben. Zu den häufigsten Baumarten zählen Lärchen, Fichten und Zirben. Auf den Wiesen blühen Enziane, Anemonen, Alpenrosen und Krokusse.
Auch die Tierwelt ist vielfältig: Mit etwas Glück lassen sich Gämsen, Murmeltiere, Eulen, Steinadler sowie zahlreiche Insektenarten beobachten – darunter farbenprächtige Schmetterlinge und Maikäfer.
Wege und Wanderungen im Naturpark Puez-Geisler
Der Naturpark Puez-Geisler bietet Wanderwege für jedes Niveau – von gemütlichen Spaziergängen bis zu anspruchsvollen Touren.
Naturlehrpfad Zanser Alm: Der erste vollständig barrierefreie Weg Südtirols, auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität geeignet. Der 3 km lange Rundweg mit minimalem Höhenunterschied verfügt über 14 Informationsstationen aus Holz und liegt in unmittelbarer Nähe zu drei Restaurants – ideal für entspannte Naturerlebnisse.
Dantercëpies-Runde: Mit 15 km Länge und über 500 Höhenmetern führt diese Wanderung bis zur Puezhütte und eröffnet beeindruckende Ausblicke auf die faszinierende Mondlandschaft der Puezgruppe.
Adolf-Munkel-Weg: Ein leichter Rundweg von 9 km Länge mit spektakulären Blicken auf die Geislerspitzen – eine gelungene Verbindung aus Waldidylle und imposanter Felskulisse.
Das Besucherzentrum: Den Park hautnah erleben
Wer den Naturpark Puez-Geisler näher kennenlernen möchte, findet im Besucherzentrum in St. Magdalena im Villnösstal den idealen Ausgangspunkt. Thematische Ausstellungen und interaktive Installationen vermitteln spannende Einblicke in die Natur- und Bergwelt.
„Die Berge berühren“: Ein sinnliches Erlebnis, bei dem verschiedene Gesteinsarten des Gebiets mit den Händen ertastet werden können.
„Wunder der Natur“: Ein immersiver Rundgang zur Entdeckung von Flora und Fauna mit Tierfellen, Trittsiegeln und Düften heimischer Heilkräuter.
„Die Berge erobern“: Ein Raum rund um Wandern und Alpinismus mit Videos und Berichten großer Bergsteiger wie Reinhold Messner, der aus dem Villnösstal stammt.
Mit seinen einzigartigen Landschaften, seiner geologischen Vielfalt und den zahlreichen Wegen für jedes Erfahrungsniveau zählt der Naturpark Puez-Geisler zu den beeindruckendsten Ausflugszielen Südtirols. Ob erfahrener Bergfreund oder Naturliebhaber auf der Suche nach Ruhe – dieser Park schenkt zu jeder Jahreszeit unvergessliche Eindrücke.
Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Website des Naturparks Puez-Geisler.