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Ich bin auf dem Bauernhof in Kaltenbrunn in Jaufental aufgewachsen, wo das Glück zuhause war. Das Stroh im oberen Stock, das Vieh, der Gemüse- und Kräutergarten, der viele Schnee, das Rauschen des Baches, der säuerliche Geruch des Weines bevor er in Flaschen gefüllt wurde und der Wacholdergeruch vom Speckselchen sind meine Erinnerungen. Vor dem Heimathaus stand wie ein guter Riese, der uns vor dem rauhen Nordwind beschützte, das Weißhorn, dessen überragende ungeheurliche Gestalt den Blick auf Schnee und Eis, die hohen Zirbeln und dunklen Latschenfelder fesselte. Hier lagen die Wurzeln meiner Achtung nach für Tradition, meiner Neugierde über alte einheimische Rezepte; diese zu entdecken, zu verfeinern und dem Geschmack unserer Zeit anzupassen war in all den Jahren meiner Ausbildung und beruflichen Erfahrung mein Bestreben: beim Onkel im Jaufentaler Hof, im Hilton in München, in Novara, Meran und Trient, im Hotel Schwarzer Adler in Sterzing und beim Adler in Niederdorf, wo jetzt mein Herz und mein zuhause ist. Oft habe ich meiner Fantasie freien Lauf gelassen. Denn was soll es schon heißen, einen Geschmack, einen Genuß, ein sensationelles Gericht zu erfinden oder zu interpretieren. Es ist ja nur ein Blick in ein wunderschönes Abenteuer: in die heimatliche Kochkunst vergangener Zeiten, die von der Vergessenheit zu bewahren, diese Rezeptsammlung beitragen soll. Ich widme dieses Büchlein meiner Tochter Elisa Anna so wie es einst der Brauch war, das von der Großmutter wohlgehütete Rezeptheft von der Mutter an die Tochter weitergegeben wurde, damit auch sie einmal Freude an der Tradition und den heimischen Gerichten haben möge. Helene |