Kastelbell und Tschars haben sich am 20.12.1928 zu einer Doppelgemeinde zusammengeschlossen. Die Doppelgemeinde umfasst einerseits Kastelbell (Rathaus der Gemeinde) mit dem Pfarrdorf Marein und den Weilern Latschinig, Freiberg, und Tomberg an der Nörderseite sowie Galsaun am Sonnenbergfuß, und andererseits talabwärts gesehen das Dorf Tschars (Urpfarre) mit Schloss und Höfen von Juval, alles seit 1949 dem von Meran abgetrennten Dekanat Naturns angehörend.
Erst in den letzten Jahren hat sich beiderseits der Landstraße und in der Nähe des malerischen Burgfelsens eine Art Dorfzentrum gebildet, wo wir auch den Froschbrunnen finden. Die Brunnenfigur hat Beziehung zu einer hier lokalisierten Sage von einer armen, in eine Kröte verwandelte Seele, die zum Dank für Erlösung den versiegten Dorfbrunnen wieder zum Sprudeln gebracht hat.
Der frühesten Geschichte der Gegend werden wir auf unseren Streifzügen zu den Ruinen von Montalban und Galsaun nachspüren, Kastelbell selbst scheint erst relativ spät (1238) als Sitz des gleichnamigen, wohl von den Montalbanern abzuleitenden Geschlechtes erbaut worden zu sein, der 1305 als Gericht "Castelbell" erscheint.
Dieses Gericht deckt sich weitgehend mit dem Gebiet der Urpfarre Tschars und kam aus mehreren Händen um 1531 in die der nachmaligen Grafen vonHendl, die es bis 1825 innehatten. Tschars liegt auf einem Schuttkegel. Man vermutet, dass der Ort der östlichste dem langobardischen gewesen sei. 1398 wird Tschars als selbst-ständige Gemeinde erwähnt. Lose mit diesem links der Etsch gelegenen Ortsteil hängt die Pfarre Marein am rechten Etschufer zusammen; hier ist der Name unbestritten - alle mar - Namen sind mit Mur- Aufschüttungen urverwandt, und damit ist auch gesagt, dass unser Marein eben zu Füßen des großen Murkegels von Latsch liegt. Das Gemeindewappen mit einem roten Mühlrand auf Silbergrund erinnert an die Grafen von Hendl, ein bedeutendes Geschlecht des Untervinschgaus, das einst auf Schloss Kastelbell saß.