Es hat sich längst herumgesprochen: Das Eisacktal ist für Genießer wie geschaffen. Komfort in der Unterbringung, Vielfalt im Freizeitangebot und hohes Niveau in der Gastronomie gehen hier wie selbstverständlich Hand in Hand. Die Kerze am abendlichen Eßtisch, das passende Glas, die freundliche Bedienung. Gewiß, all das ist wichtig. Vor allem für die richtige Stimmung. Doch entscheidend ist, was in der Speisekarte steht. Wieviel Kreativität in der Küche am Werk ist. Wieviel Liebe. Der Rahmen soll nicht vom Bild ablenken. Im Gegenteil: Er soll es erst voll zur Geltung bringen. Gutes Essen hat Tradition im Eisacktal. Und der Ruf der exzellenten Weine, vor allem der weißen, ist längst über Südtirols Grenzen hinausgedrungen. Deshalb sind Freunde der feinen Küche immer auch Freunde des Eisacktals.
Törggelen
Da kommt Stimmung auf, unvergeßlich bleibt der Zauber dieser Stunden. Rings über das Land hat der Herbst sein buntes Kleid geworfen, die Sonne steht noch warm aber niedrig über den dunklen Waldhängen oberhalb der Felder und der gelbleuchtenden Rebhänge, ab und zu unterbrochen von buntschillernden Laubbaumsäumen. Von den niedrigen Reben auf den steilen steingemauerten Terrassen sind die Trauben längst gelesen und gekeltert, rund um die Weinhöfe schwebt ein angenehmer Duft nach Mostund frischem Wein. Die riesigen Edelkastanienbäume haben ihre letzten Kastanienigel in das braune Laub fallen lassen, wo diese edlen kleinen Früchte von emsigen Bauern und Kindern sorgfältig eingesammelt werden. In den "Buschenschenken" im Eisacktal ist Törggelezeit angesagt: Bedächtig beobachtend oder fröhlich ausschreitend wandern jetzt muntere Gruppe über die Wege am Hang zu eben jenen Weinhöfen, die in ihren alten Stuben süßen Most, jungen Wein, auf Holzkohlenglut geröstete Kastanien, Speck und Kaminwurzen und so manches einfache schmackhafte Gericht aus der Bauernküche anbieten. Die Genüsse reihen sich aneinander, angeregte Gespräche und ab und zu ein Lied oder gar Hausmusik begleiten den gemütlichen Nachmittag. Die Zeit vergeht im Fluge und manch fröhlicher Zecher schwankt leicht, wenn er schließlich aus der warmen Stube in die kühle Abenddämmerung tritt. Was jedoch nichts mit dem Wort "Törggelen" zu tun hat, das sich von der Torggel, der mächtigen Traubenpresse ableitet. Eine schöne Zeit ist ins Land gezogen, fachkundig wird der neue Wein verkostet, seine Qualität beurteilt und mit vergangenen Jahrgängen verglichen. Jeder Weinbauer hat seine Weine von Reben, die er das ganze Jahr pflegt und hegt, und auch erfahrenen Törggelegästen gelingt es selten, bis zum Ende der Törggelezeit gegen Weihnachten alle Eisacktaler Weine verkostet zu haben.