Blumenfreunde finden in Gröden eine erstaunliche Vielfalt botanischer Sehens-würdigkeiten. Auf den Kalk- und Silikatböden der Dolomiten hat sich eine überaus zahlreiche und differenzierte Bergflora entwickelt. In den sonnenseitlichen Wäldern finden wir in den unteren Lagen vor allem die Kiefer.
Fichten und Lärchen sind bis an der oberen Waldgrenze vertreten, wobei die Zirbelkiefer bzw. Arve mehrheitlich anzutreffen ist. Legföhren und Wacholdersträucher bilden den Abschluß der Nadelhölzer. In den Tallagen sind auch Erlen, Eschen, Bergahorn, Birken, Zitterpappeln und Vogelbeerbäume vorhanden. Letztere sind sogar bis auf 2000 m Seehöhe zwischen den Nadelhölzern vertreten, deren Früchte und Laub im Herbst in Purpurfarben weithin aufleuchten.
Die Wiesenblumen sind dort am reichsten, wo am wenigsten gedüngt wird. Man findet da zahlreiche Korbblütler, Glockenblumen, Schmetterlingsblütler, Hahnenfußgewächse, Primeln, Enziane, verschiedene Orchideen und noch viele andere mehr. Zwischen der oberen Waldgrenze und den Geröllhalden sind am spektakulärsten die Alpenrosen (Rhododendron ferrugineum + hirsutum), wenn sie manchmal ganze Hänge überziehen. Die Hochgebirgsflora, meist kleine, aber blütenreiche Pflanzen, bevorzugt Moränen, Schutthalden und Felsen.
Es sind das verschiedene Primeln und Steinbrech-Arten sowie Dolomiten-Fingerkraut (Potentilla nitida), gelber Alpen-Mohn (Papaver rhaeticum), Dolomiten-Glockenblume (Campanula morettiana), die Schopfige Teufelskralle oder Rapunzel (Physoplexis comosa) und selbstverständlich auch das schöne Edelweiß (Leontopodium alpinum), um nur einige zu nennen. Je höher die Pflanzen steigen, um so kräftiger leuchten die Farben in den bleichen Felsen der Dolomiten.