Die Besiedlung des Gadertales erfolgte vom Norden her und Enneberg-Pfarre war mit Sicherheit die erste Ortschaft. Die wenigen Bauten des Dorfzentrums schließen sich eng um die Kirche mit ihrem 56 m hohen, gotischen Turm. Die Kirche von Enneberg-Pfarre kann als Mutterkirche angesehen werden, da von ihr allein und für lange Zeit das religiöse Leben über das ganze Tal ausgestrahlt wurde. Die heutige Kirche ist ein stattlicher Barockbau in Kreuzform. Von besonderer Schönheit ist der im Renaissance-Stil kunstvoll holzgeschnitzte Hochaltar. Das Kunstwerk stammt aus dem Jahre der Pest 1636. In der Mitte ist die Wunderstatue der Gnadenmutter sichtbar. Von 1700 bis 1914 war Enneberg-Pfarre auch Sitz des Dekanates und obwohl sich der Sitz nun in St.Leonhard in Abtei befindet, heißt das Dekanat immer noch Dekanat Enneberg. Sowohl für die Bevölkerung des Gadertales als auch für die Pilger aus dem Pustertal ist die Kirche von Enneberg-Pfarre ein beliebtes und vielbesuchtes Wallfahrtsziel.
Die Kirche von St.Vigil in Enneberg
Die Pfarrkirche von St.Vigil stellt für das Dorf und für die ganze Gemeinschaft ein wahres Schmuckstück spätbarocker Kunst dar. Die Fresken stammen aus der Hand des berühmten Malers Matthäus Günther, damals Rektor der Augsburger Akademie. Zweifellos handelt es sich bei dieser Malerei um große Kunst. Wer die Kirche betritt und die Fresken Günthers bewundert hat, der sollte nicht versäumen, auch die eleganten Seitenchöre, sowie die schöne Stuckkanzel von Singer und den reichen Stuckrahmen des Muttergottes-Bildes zu besichtigen. Eine besondere Zierde der Kirche sind die Bilder der vierzehn Kreuzwegstationen des Bozner Malers Karl Henrici aus dem Jahre 1783.
Catarina Lanz
Im Kampfe gegen die französische Truppen Napoleons kam die junge Ennebergerin Catarina Lanz zu Ehren, die 1771 in St.Vigil in Enneberg geboren wurde. Mit 26 Jahren, also um 1797, kämpfte sie heldenhaft in Spinges, einem Dörfchen in der Nähe von Brixen, mit einer Mistgabel, um das Kirchlein und den anliegenden Friedhof vor der Schändung zu bewahren. Die bronzene Statue, die im Dorfzentrum von St.Vigil an die Enneberger Heldin erinnert, ist ein Werk des ladinischen Bildhauers Otto Irsara aus Abtei.
Außerdem empfehlen wir unseren Gästen nicht abzureisen, bevor sie nicht den Naturpark „Fanes-Senes-Prags“ und die „Viles“ von Enneberg besucht haben.