Der Kunstsinn der Grödner ist weltbekannt, vor allem die sakrale und profane Holzschnitzkunst. Mit den Händen sehen, mit den Augen fühlen: so wird aus Handwerk Kunst. Empfinden, Vorstellungsvermögen und Wille nehmen Gestalt an. Das Holzschnitzen hat in Gröden Tradition und ist zu Beginn des 17. Jhs entstanden um die lange Winterzeit zu überbrücken. Bis vor hundert Jahren noch war Gröden ein abgeschiedenes, schwer zugängliches Hochtal, das seine Einwohner zu einem Nebenerwerb zwang. Im Winter wurde geschnitzt und im Sommer wurde alles in die Welt hinausgetragen und verkauft. Aus Not wurde ein Kunstwerk, dessen besonders wertvolle Exemplare Sie im Heimatmuseum bewundern können.
Museum de Gherdëina
39046 St. Ulrich - Str. Rezia 83 Tel.: 0471 797554 Fax: 0471 789798 Öffnungszeiten: Juni: Di.-Fr. 14:00-18:00h, Do. 10:00-12:00h & 14:00-18:00h Juli-August: täglich - geschlossen: Sa. 10:00-12:00h & 14:00-18:00h So. nur nachmittags geöffnet September-12.10.: Di. bis Fr. 14.30-18.30 Uhr
Brauchtum – die Grödner Trachten
Die ladinischen Dolomitentäler sind reich an Tradition und Bräuchen aus alter Zeit. Rund um jedes Familienereignis sowie um große christliche Feste im Kirchenjahr bildeten sich seit alter Zeit zahlreiche Bräuche mit tiefem Sinngehalt. Heute sind viele dieser Bräuche und Traditionen verlorengegangen oder in ihrem ursprünglichen Inhalt entfremdet worden. Daher gilt es in alten Skripten nachzublättern, um den eigentlichen Gehalt der vielen Feste zu erfahren und zu verstehen (z.B. im Büchlein "Das Grödner Thal" von Franz Moroder-Lenert aus dem Jahre 1891). Charakteristisch für Gröden sind sicherlich auch die GrödnerTrachten, die zu den schönsten im gesamten Alpenraum gehören. Aus dem bereits angeführten Buch "Das Grödner Thal" sei diesbezüglich zitiert: "Die Kleidung und Tracht der Grödner hat, entgegen anderer Tiroler Gebirgsbewohner, viele Wandlungen durchgemacht, und scheint schon in alten Zeiten sehr wechselliebender Mode unterlegen gewesen zu sein. Schon in der Kopfbekleidung dürfte wohl kaum eine zweite Gebirgstracht so viele Wandlungen durchgemacht haben wie jene Gröden's". Typisch für Gröden und seine Trachten ist außerdem der Grödner Hochzeitszug, der von Franz Moroder so beschrieben wird: "Voran die Musikanten mit Schwegel, Klarinette, Fidel, Bassgeige und Hörnern, dann die Kranzljungfrau und ihr Begleiter, dann die Braut mit dem Führer, der Bräutigam mit dem Führer und schließlich alle Eingeladenen, sämtlich in der bunten, reichen Festtracht, die Mädchen mit dem Kranze auf dem Kopfe; ...