Völs am Schlern Im Jahr 888 wurde Völs am Schlern erstmals urkundlich erwähnt. Die Besiedlung reicht weit in die dunkle Vorzeit zurück, doch erst aus der Bronzezeit mehren sich die Siedlungsspuren, die sich als Wallburgen auf beherrschenden Höhen finden, z.B. am Peterbühl bei Völs oder am Fingerbühl in Völser Aicha. Die archäologische Erforschung des Gebietes begann vor rund 100 Jahren.
Eine Sensation in archäologischer Hinsicht entstand durch den Bau einer Tiefgarage im Dorfzentrum von Völs. Neben vereinzelten Funden aus der Eisen- und Römerzeit kamen mächtige Schichten der Kupferzeit ans Tageslicht, die bezeugen, dass ein ausgedehntes Areal bereits im 4. Jahrtausend v. Chr. auf dem Hang eingeebnet und anschließend mit feinem Sand bedeckt wurde. Auf dieser künstlich geschaffenen und mehrere hundert Quadratmeter großen Terrasse siedelten bereits zu jener Zeit unsere Vorfahren, die eine beachtliche Anzahl von großen Steinblöcken an jene Stelle schleppten. Auch die ans Licht gebrachten Kleinfunde sind von großem Interesse: Scherben von Tongefäßen und Feuersteingeräten, sowie ein sehr sorgfältig ausgeführtes, geschliffenes Steinbeil. Besondere Beachtung verdient eine Art Flöte, die aus einem Ziegenknochen gewonnen wurde: Es handelt sich hierbei um das älteste bisher gefundene Musikinstrument im Südtiroler Raum.
Kastelruth Wer immer das Schlerngebiet kennt, zählt es mit Recht zu den schönsten Gebieten Südtirols. Es ist kein Wunder, wenn diese einmalige Gegend bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war und heute auf eine fast 2000 jährige wechselvolle Vergangenheit zurückblicken kann. Die Herkunft des Namens Kastelruth von Castellum Ruptum (zerstörte Burg), wie auch die innere Dorfanlage mit ihren fast lückenlos aneinander gereihten Häusern und dem weiten, viereckigen, auf allen Seiten von Gebäuden umschlossenen Dorfplatz, lassen erkennen, daß es sich um eine alte römische Anlage handelt, die dem Ort die Anmut und den Liebreiz eines mittelalterlichen Städtchens verleiht. Der Name Castel Ruptum erscheint zum ersten Male in einer Urkunde der Jahre 928 bis 987, in der Bischof Albuin von Brixen mit dem Bischof Eticho von Augsburg Kircheneinkünfte austauscht. Im Jahre 985 erscheint der Name Castel Ruptum in einer Urkunde, eine Ruine bezeichnend. Wie das Schloß und die Ortschaft in früheren Zeiten geheißen haben, wissen wir nicht; über Aussehen, Bauart und Größe der Burg ist nichts Näheres bekannt. Ohne Zweifel aber stand diese großartige vorgeschichtliche Befestigung auf dem im Norden des heutigen Dorfes gelegenen Schloßberg, Kofel genannt. Nach Ansicht der Geschichtsforscher dürfte das uralte Schloß, diese rätische Festung, wahrscheinlich zur Zeit, als die Römer in unser Land kamen (15 v. Chr.), oder wie andere behaupten, zur Zeit des Slaweneinfalls (617 v. Chr.) zerstört und dann später wieder aufgebaut worden sein. Der wuchtige viereckige Turm auf dem Kofel könnte die Stelle bezeichnen,wo einst das Schloß stand. Aus Forschungen wissen wir, daß in der näheren und weiteren Umgebung Reste von Wallburgen vorgefunden wurden. Auch außerhalb der Ringwälle konnten Spuren von gemauerten Hütten festgestellt werden. Das deutet darauf hin, daß sich aus der ursprünglich befestigten Siedlung die dorfähnliche Siedlung entwickelt hat. Später wurden dann bequeme Stätten aufgesucht, um Ackerbau, Weide und weitere Ausdehnungsmöglichkeiten zu gewährleisten. Manche Bewohner dürften Einzelsiedlungen bevorzugt haben, und so könnten unsere Bauernhöfe entstanden sein, von denen sich viele sehr weit zurückführen lassen. Auch erscheint die ganze Gegend schon früh als eine wohlbebaute. Zwischen 1050 und 1065 begegnen uns schon Namen bestimmter Personen.
Die nächsten fünf Jahrhunderte verlaufen ziemlich bewegt, und Kastelruth wechselt mehrmals seinen Besitzer. Nach den Herren von Kastelruth geht das Gebiet in den Besitz Meinhards II., Grafen von Tirol, über. Dieser wieder überläßt es bald dem Edlen Rupert Maulrappen, Besitzer der Feste Wolkenstein in Gröden. Doch die Linie der Maulrappen stirbt in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts aus. 1348 wird Herzog Konrad von Teck, Hauptmann an der Etsch, Pfandinhaber von Schloß und Gericht. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts sind Schloß und Landgericht Kastelruth gemeinschaftliches Eigentum der Ritter von Wolkenstein-Trostburg. Ihnen gehören auch Hauenstein und Salegg sowie ausgedehnte Güter. In dieser Zeit erscheinen die ersten abgabepflichtigen Höfe, "Ronsol", "Mutz", "Vall","Mallai in Ratzes", "Psoi in St.Valentin". In der neueren Geschichte von Kastelruth spielen die Kraus von Sala eine hervorragende Rolle. Sie stammen aus Ungarn und sind durch Heirat nach Tirol gekommen. Michael Kraus war Großherr und Edler am Plattensee. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts kam er in die Grafschaft Tirol, kaufte sich hier an und wurde später in die Adelsmatrikel von Tirol eingetragen. Von 1584 bis 1588 war er Pfleger (Richter) auf Hauenstein. Unmittelbar vor seinem Tode machte er die berühmte Stiftung für die Armen in Kastelruth, wozu er ein Kapital von 6500 Gulden, der Gulden zu 60 Kreuzer, bereitstellte, das einen jährlichen Zinsertrag von 1000 Kronen gab. Damit mußten in erster Linie Gottesdienste für die Herren von Kraus bestritten werden und mit dem Überschuß sollten die Dorfarmen beschenkt werden (Brot- und Salzverteilung an die Armen jeweils im Oktober jeden Jahres). Am 11. April starb Michael Kraus. Sein Grabstein ist in der Turmkapelle an der Mauer links des Portals befestigt. Jakob Kraus, der Neffe Michaels, errichtete an der Nordseite des Dorfplatzes den mächtigen Ansitz Krausegg, das heutige Gemeindehaus. Heute zeigt noch die Vorderseite des Hauses das Kraus'sche Wappen. Krausegg wurde 1607, am 2. Juni, durch Kaiser Rudolph II. zum adeligen Ansitz erhoben. Unter der Kraus'schen Herrschaft wurde das alte Römerkastell auf dem Kofel bis auf den Turm abgebrochen. Aus dem Turm schufen sie eine Doppelkapelle, deren untere dem hl. Antonius geweiht ist. Der Schloßberg selbst wurde von Georg Kraus in einen Naturpark umgestellt (1675) und die sieben kleinen Kapellen geben ihm das Gepräge eines Kalvarienberges. Mit 1847 stirbt das Geschlecht in männlicher Linie aus. Durch die Mildtätigkeit und durch ihre Baulust (die ehemaligen Kraussitze tragen heute noch die Zinnen) haben sie sich große Verdienste erworben. Im heutigen Turmwirtshaus erinnert uns der prachtvolle, mit Wappen reich verzierte, Ofen an das Geschlecht; vier Kraus'sche Porträts schmücken den Gemeindesitzungsaal.
Neben den bereits aufgezählten Geschlechtern finden wir noch einige Edelgeschlechter, wie Pray, Lafay und die Stamphart. Die Pray saßen auf den Prayhöfen (Rauch und Hohenhaus), die Lafay und Stamphart auf den gleichnamigen Höfen. Die Lafay hatten im ausgedehnten Mittelalter das Richteramt inne. Kastelruth besaß nähmlich in alter Zeit das Landesgericht mit höherer Gerichtsbarkeit, denn es übte auch den Blutbann aus und hatte einen Galgen. Der Galgenhügel war am Telfnerbühel. Meistens waren Erbstreitigkeiten, Ehezwiste und sonstige Delikte zur Verhandlung und Aburteilung gelangt. Eine besondere Rolle spielen die Hexenprozesse. Erwähnenswert scheint, daß einige Höfe dem Landgericht gegenüber zu besonderen Leistungen verpflichtet waren. So oblag es z.B. dem jeweiligen Besitzer des Mesnerhofes in St. Michael, die schuldigen Personen gefangen zu halten, sie zu züchtigen, zu binden u.a.m. Durch die jährliche Abgabe von 1 Star Weizen und 2 Star Roggen konnte er sich allerdings von dieser leidigen Aufgabe befreien. Ähnliche Verpflichtungen hatten der Fill-, Ritsch- und Malsinhof in St. Michael. Die letzte Urteilsvollstreckung des Landesgerichts Kastelruth erfolgte 1778, wobei ein gewisser Peter Insam wegen Brandstiftung mittels Strang und Scheiterhaufen hingerichtet wurde. Bis zum Jahre 1924 ca. hatte Kastelruth ein eigenes Bezirksgericht, das aber dann nach Klausen verlegt wurde.
Die ergiebigste Erwerbsquelle für die Bewohner dieses Landesgerichtes war die Viehzucht, unterstützt von den weiten und so futterreichen Alpen- und Bergwiesen. Aus Kastelruth-Völs-Gröden wurden jährlich an die 1600 gemästete Rinder nach Bozen und ins italienische Tirol verkauft und der Bestand an Kühen überschritt diese Zahl um das Dreifache.
Wir dürfen annehmen, daß in Kastelruth schon seit langem eine Kirche bestanden hat. Dies um so mehr, da es um das Jahr 1191 schon als Pfarre erwähnt wird. Diese wurde im Jahre 1823 zum Dekanat erhoben. Der Pfarrbezirk des Dorfes mit der nächsten Umgebung hieß St.Peter-Malgrei. Unter Malgrei verstand man das Gebiet aller jener Höfe, die zur selben Kirche gehörten. Am 24. Mai des Jahres 1752 (oder 1753) wurde der Ort von einem furchtbaren Brande heimgesucht, dem die Pfarrkirche, der Turm und ein Großteil des Dorfes zum Opfer fielen. Das Dorf wurde wieder neu aufgebaut. Der heutige Turm steht an der Stelle des früheren gotischen Turms, der beim Großbrand so stark gelitten hat und wobei nach der Urkunde des Pfarrarchivs sämtliche acht Glocken geschmolzen sind. Im Jahre 1835 ging der Kofel an die Gemeinde über und dient heute hauptsächlich als Aufenthaltsort für Gäste sowie als beliebter Tummelplatz für die Dorfjugend.
Abschließend sei noch vermerkt: Zu Beginn dieses Jahrhunderts wurden die Dorfwasserleitungen gelegt, um das Jahr 1905 das elektrische Licht installiert. Im Jahre 1925 wurde die alte Postkutsche vom Postauto abgelöst. Und wir mögen heute darüber lächeln: bis zum Jahre 1925 war in Kastelruth jeglicher Autoverkehr verboten.
Seis am Schlern Wegen der günstigen Lage war die Gegend um Seis schon sehr früh besiedelt, wohl seit ca. 2000 v. Chr. Aus dieser Zeit stammen die Wallburgen auf dem Laranzer Rücken nördlich von Seis. Die Bewohner der Wallburgen waren Räter, genauer Isarken, wie die im Eisacktal wohnenden illyrischen Räter genannt wurden,und ihre Sprache die rätische. Oberhalb der Ruine Hauenstein wurde ein Bronzeschwert gefunden (heute im Museum von Bozen), das aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. stammt. Im Jahre 15 v. Chr. drangen die Römersiegreich durch das Eisacktal vor. Damals fielen unsere rätischen Wallburgen den Römern in die Hände und wurden zum Teil zu römischen Befestigungen ausgebaut. Die folgende Zuwanderung romanischer Talbewohner führte zu einer Verdichtung der Siedlung und zur Romanisierung unserer Gegend. Zahlreicheromanische Hof- und Flurnamen stammen aus dieser Zeit.
Als dann germanische Stämme im 6. Jahrhundert eindrangen, die Römer zum Rückzug zwangen und ihre Befestigung auf dem Kastelruther Kofel zerstörten, führte dies zur Namensgebung Kastelruth = castellum ruptum = zerstörtes Kastell. Mit der bajuwarischen Besiedlung begann die Germanisierung unseres Gebietes. Nur das benachbarte Grödental hat noch das rätoromanische Sprachelement bis auf den heutigen Tag beibehalten. Wie der Name Kastelruth, so geht auch der Name Seis auf romanische oder römische Zeiten zurück. Vielleicht hängt der Name Seis mit dem grödnerischen "sautsch" (=saltus, Waldschlucht oder auch Waldwiese) zusammen. Die Lage von Seis am Ausgang der großen Waldschlucht zwischen dem Schlernmassiv und der Seiser Alm (grödnerisch = mont de sautsch) spricht sehr für diese Ableitung des Namens. Unterdessen hatte sich allmählich auch die Christianisierung unseres Gebietes vollzogen. Es gehörtekirchlich zum Bistum Säben. Zum ersten Mal begegnet uns der Name Seis in der Urkunde aus dem Jahre 982. Bischof Albuin von Brixen tauscht mit Bischof Eticho von Augsburg Kircheneinkünfte zu Völs, Seis und Kastelruth -"de loco Vellis aut de loco Siusis aut de loco Castellorupto"- gegen solche zu Siffian am Rittenum (vgl. Traditionsbücher des Hochstiftes von Brixen). Damals war aber Seis noch kein Dorf, sondern nur eine dünn besiedelte Gegend, ein Teil der Fraktion St. Valentin. 1191 wird zum ersten Male die Pfarre Kastelruth erwähnt, um 1244 eine Kirche St. Valentin. Im 13. Jahrhundert lassen sich in Seis urkundlich nur 3 Höfe belegen: Peterlung, Solderer (heute Walderer) und Faslfun.
Als Ausstellungsort von Urkunden kommt Seis das erste Mal 1324 vor. 1568 waren es in der Fraktion St. Valentin laut einer Eintragung im Kastelruther Verfachbuch insgesamt 27 Feuerstätten, d. h. Wohnstätten, Dillen und Städel nicht gerechnet. Hundert Jahre später sind es schon 54 Wohnstätten. Erst jetzt ergab sich die Notwendigkeit, in Seis eine eigene Kirche zu bauen. Der Türsturz der alten Kircheträgt die Jahrzahl 1648. Vorher gab es in Seis, im Gegensatz zu Behauptungen in der kunstgeschichtlichen Literatur, keine Kirche. Dies geht aus den Visitationsprotokollen klar hervor. Es gab aber zwei Schloßkapellen. Eine davon befand sich auf Schloß Hauenstein - Wohnsitz des Minnesängers Oswald von Wolkenstein (1375-1445). Max Sittich von Wolkenstein berichtete 1618 in seiner Chronik:"... mitten in ein großen Walt ligt das Schloß Hauenstein... darin in Schloß ein Cappel stant Sant Martin und Sant Sewastian... ". Laut einem Vermerk im Kastelruther Chronikbuch wurde hier auch ab und zu eine Messegefeiert. Ebenso hatte Schloß Salegg eine Kapelle. Der Altar und die Glocke sollen angeblich in die Maria-Hilf-Kirche nach Seis gebracht worden sein - Seitenaltar zu Ehren der Hl. Katharina -, als die Burg dem Verfall anheimfiel. Die Maria-Hilf-Kirche von Seis wurde am 6. September 1657 vom Brixner Bischof Jesse Perkhofer mit zwei Altären, Maria Hilfu. Hl. Katharina, geweiht. Damit wurde Seis eine selbstständige Fraktion. Für einen ständigen Priester reichten damals die Mittel offenbar noch nicht. Ein Vermerk im Chronikbuch von Kastelruth spricht aber bereits von einem großen Zustrom von Pilgern bei der Samstagsmesse in der Maria-Hilf-Wallfahrtskirche zu Seis. Bis in die neuere Zeit herauf nahmen Pilger auchaus der näheren Umgebung zum Maria-Hilf-Gnadenbild ihre Zuflucht und fanden hier Hilfe und Trost. Um 1730 gab es jedenfalls in Seis bereits einen sog. "capellanus manualis", einen Manualbenefiziaten (= mitwiderruflicher Verleihung), Josef Anton Zimmermann mit Namen.
1734 wurde der Widen fertiggestellt (an der Tür die Jahreszahl 1730). Unter "Widen" versteht man in Tirol die Wohnungen des in der Kirche angestellten Priesters: das Wort kommt vom mhd. Widem, ahd. Widamo; darunter verstand man zunächst ganz allgemein eine Schenkung bzw. Widmung von Gründen und Gebäudenan eine Kirche oder Pfründe (Tarneller): Mit der Fertigstellung des Widen wurden auch zwei Grundstückeder Pfründe in Seis hinzugefügt. 1754 suchte der Pfarrer von Kastelruth im Namen der Bevölkerung von Seis um die Rechte des Ewigen Lichtes an, d. h. um das Recht, daß in der Filialkirche Seis das Allerheiligsteaufbewahrt werden dürfe.
1840 bestand Seis aus 34 Häusern mit 236 Einwohnern. Es gab damals eine einklassige Volksschule, die 1904 zweiklassig wurde und im Widen untergebracht war. 1890 wurde der Verschönerungsverein Kastelruth-Seis-Ratzes gegründet, 1896 die Freiwillige Feuerwehr von Seis, 1911 die Schützenkompanie, 1927 der Sportclub, 1954 der Bergrettungsdienst, der jedoch bereits vorher bestand,1961 der Alpenverein, Sektion Schlern - vorher eine Zweigstelle der Sektion Bozen -, 1972 der Rettungsdienst des Weißen Kreuzes. Wegen seiner sonnigen Lage wurde Seis schon sehr früh als Sommerfrischort bekannt. Die Heilquelle von Bad Ratzes wurde seit 1715 viel besucht. Bad Ratzes hatte auch eine einfache Kapelle zu Ehren der Hl.Ärzte Kosmas und Damian. Das Altarbild befindet sich in der neuen Hauskapelle des Hotels.
Der nach der Erbauung der Brennerautobahn (1867) einsetzende Reiseverkehr brachte auch auf die Höhen von Kastelruth und Seis einen bis dahin nie gesehenen Fremdenstrom. Bereits 1892 hatte Seis 340 Gäste gegenüber 113 vom Jahre 1890. Aus Seis wurde ein bekannter Fremdenverkehrsort. Manche prominente Gäste hielten sichin Seis auf: König August von Sachsen, die belgische Königin, namhafte Vertreter des russischen Hochadels. Der bedeutende deutsche Philosoph Wilhelm Diltey starb 1911 im Hotel Salegg. In der heutigen Pension Sonne (damals Haus Renneberg) lebte der Pionier der Weltraumfahrt Max Valier aus Bozen, bei seiner Mutter. In Seis weilten der aus Norwegen stammende Schriftsteller Sigurd Ibsen, ein Sohn des bekannten Henrik Ibsen; der Schriftsteller Karl Zuckmayr; der italienische Dirigent Arturo Toscanini; der Generaldirektor der Metropolitan Opera von New York; Sir Rudolf Bing (im Hotel Mirabell); langjähriger Gast beim Unterwirt war der aus Kastelruth stammende Univ. Prof. Leo Santifaller (gest. im Sommer 1974). Im Hotel Bad Ratzes wohnte Manfred Eigen, Nobelpreisträger in Chemie vom Max-Planck-Institut inGöttingen. Kardinal Lecaro von Bologna, eine der profiliertesten Persönlichkeiten des 2. Vat. Konzils ist seit Jahren Sommergast in Seis. Aus der Politik sei Gustav Heinemann erwähnt, der im Hotel Seiserhof wohnte.