Sulden und Trafoi Alte und neue Pfarrkirche sowie evangelische Kapelle in Sulden (siehe Kirchenführer Sulden), die Pfarrkirche Trafoi sowie die Wallfahrtskapelle Heilige Drei Brunnen in Trafoi. Dieses uralte Quellheiligtum im Trafoier Talschluss liegt auf 1.607 Metern. Das Kirchlein wurde 1701/1702 erbaut und ist nach zwei Kilometern auf bequemem Weg erreichbar. Die tibetanischen Yaks, vom Sudtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner in Sulden angesiedelt, sind mit ihrem zottigen Feli und dem gewaltigen Gehorn stets ein beliebtes Fotomotiv für unsere Gaste.
Museum: Alpine Curiosa von Reinhold Messner. Täglich geoffnet von 9-19 Uhr. Museum für das Ortlergebiet: Im Parterre der Grundschule Sulden. Auskùnfte über die Öffnungszeiten erteilt das Tourismusbüro. Haus der Natur in Trafoi: Tel. 0473 612031 - Fax 0473 612284
Stilfs Das charakteristische Haufendorf am Sonnenhang ist sicher einen Besuch wert. Die aneinander gebauten Hauser, die dem Hang trotzen, vermitteln eine eigenartige, dörfliche tiefe Geborgenheit. Und dass hier oben "selbst die Hennen Steigeisen tragen” sollten, stammt aus einheimischem Munde. Lohnend ist sicher auch ein andächtiges Verweilen in der schmucken Stilfser Pfarrkirche. Rotwild lasst sich aus nächster Nahe im Wildgehege in Stilfs/Fragges beobachten.
Gomagoi In Gomagoi verzweigen sich die Straßen nach Sulden, zum Stilfserjoch und nach Stilfs. Von hier aus können auch Bergwanderungen begonnen werden.
Die Stilfserjochstraße Unter Kaiser Franz wurde im Jahre 1818 die Planung für die kürzeste Verbindung zwischen dem Veltlin und dem Vinschgau in Auftrag gegeben. lng. Carlo Donegani aus Brescia hatte innerhalb eines Jahres die Projektierung abgeschlossen und am 23. April 1820 wurde von der österreichischen Regierung der sofortige Baubeginn beschlossen.
Die militärische Wichtigkeit und die damaligen politischen Verhältnisse - seit dem Wiener Vertrag gehörte das Königreich der Lombardei zum Hause Habsburg — trugen dazu bei, dass der Bau innerhalb von fünf Jahren abgeschlossen war. Die effektive Bauzeit betrug wegen der Winterpause weniger als 2 Jahre. Auf der Strecke waren bis zu 2000 Arbeiter beschäftigt. Die Gesamtlänge von Spondinig bis Bormio beträgt 49 km. Auf der Südtiroler Seite wird ein Höhenunterschied von 1870 m mit 48 Spitzkehren und auf Veltliner Seite eine Höhendifferenz von 1530 m mit 34 Kehren überwunden. Die durchschnittliche Steigung wurde wegen der Pferde fuhrwerke mit 9% für solche Passstrassen sehr gering gehalten, an wenigen Stellen weist die Straße eine Steigung von 11% auf. Bis zum Jahre 1959 wurde die Straße das ganze Jahr hindurch befahren. Dazu gab es entlang der Strecke 8 Straßenwärterhäuser (Rottenhauser) mit Unterkünften und Pferdewechseln. Über 900 m schützten Holzgalerien und Tunneis die Reisenden vor Lawinenabgängen. In den Wintermonaten erfolgte der Personen- und Warentransport mit Pferdeschlitten. Die wichtigsten Stützpunkte waren an der Franzenshöhe und an der IV Cantoniera (Umbrailpass). Am Pass selbst gab es erst ab 1897 mit dem Bau des Stilfserjochhotels (ehemals Hotel Ferdinandshöhe) die erste Unterkunftsmöglichkeit An der IV Cantoniera zweigt die Straße über den Umbrailpass (2502 m) in die Schweiz nach St. Maria ab. Dieses Teilstück über 1 3 km wurde im Jahre 1900 erbaut.