Sexten Der Name Sexten entstand durch das Zahlwort Sechs, lateinisch: sexta. Im Jahr 965 scheint der Name das erste Mal als Bezeichnung für eine Alm auf.
Der Erste Weltkrieg Besonders viel Unheil brachte der Erste Weltkrieg über Sexten. Da das Gemeindegebiet im Südosten vom Karnischen Kamm bis zu den Drei Zinnen damals an Italien grenzte, wurden die Sextner Dolomiten und das anliegende Hochpustertal zum unmittelbaren Frontbereich.
Im Jahr 1915 kurz nach Kriegsbeginn entwickelte sich im Hochgebirgskrieg der SextnerDolomiten eine rege Patrouillentätigkeit unter dem Standschützenbergführer Sepp Innerkofler. Der „Fliegenden Patrouille“ – wie man die Gruppe um Sepp nannte – gehörten sein 19jähriger Sohn Gottfried, die weiteren Sextner Bergführer Andreas Piller, Hans Forcher, Benitius Rogger und einige Landesschützen an. Sepp war militärisch nicht ausgebildet, aber er verfügte über hervorragende alpinistische Kenntnisse im Kampfgebiet und eine beachtliche Schießfertigkeit. Diese Eigenschaften verhalfen ihm dazu, dass er während des fast siebenwöchigen Patrouillendienstes Hervorragendes leistete. Immer wieder tauchte er bald da, bald dort auf den höchsten Gipfeln der ganzen Zinnenfront auf, feuerte mehrere Schüsse ab und täuschte so dem Gegner eine Besetzung vor. Seine besonderen militärischen Leistungen brachten ihm eine rasche Beförderung und die Verleihung mehrerer Tapferkeitsauszeichnungen ein. Am 4. Juli 1915 fiel er auf dem Paternkofel (strategisch besonders wichtiger Punkt während des Krieges), als er den Gipfel zurückerobern sollte.
Während des Monats Juli beschossen die feindlichen Geschütze nun auch die Stellungen am Kreuzberg, am Seekofel, am Mitterberg und am Haideck. Am 31. Juli detonierte die erste Granate im Dorf Sexten und weitere folgten. Für den 4. August wurde von der Heeresleitung wegen Feindesgefahr und Beschießung die Evakuierung Sextens angeordnet. Am 12. August wurde Sexten in Brand geschossen; 22 Häuser im Zentrum und die Kirche wurden Raub der Flammen.
Nach drei harten Kriegsjahren rückten im November 1918 die ersten italienischen Truppen über den Kreuzberg in Sexten ein. Mit Tränen in den Augen standen Frauen und Männer an der Straße. Ihre Heimat, für die sie alles gegeben hatten und 54 Sextner gefallen waren, wurde nun widerstandslos vom Feind besetzt. Im Friedensvertrag von St. Germain (12. September 1919) wurde Südtirol tatsächlich den Italienern zugesprochen; am 10. Oktober 1920 wurde es endgültig annektiert.
Innichen Innichen, Vierschach und Winnebach, die Grenzposten des Oberpustertals. Hier liegt die Luft voller Geschichten, Geschichten von Kelten, Römern, Bajuwaren, Franzosen, Österreichisch-ungarischen Herrschern und italienischen Eroberern. Hier finden sich Spuren einer keltischen La-Tene-Kultur.
Als Raetien erobert war, ließen die Römer hier Stationen bauen. Sie verweilten lange, bis etwa 405 n. Chr., und hinterließen manche Reste. Auch den Meilenstein des Kaisers Marcus Antonius Gordianus (238-244 n. Chr.), der heute noch an sie erinnert. Dann, mit den Bajuwaren kam auch das Christenum. Tassilo III. überließ 769 dieses Gebiet dem späteren Bischof von Freising, Abt Atto und gründete somit Innichen. Atto errichtete ein Benediktinerkloster, um hier zu missionieren und zu kultivieren.
Die erste Kirche, die hier errichtet wurde, war den Heiligen Petrus und Kandidus geweiht, der italienische Name Innichens ist heute noch, San Candido. Die zweite Kirche hinterließ eine ergreifende Krypta und die gewaltige Kreuzigungsgruppe, die heute den Dom beherrscht. Dieser Dom, das dritte Gotteshaus, das hier errichtet wurde, ist ergreifender Ausdruck jener tiefen Frömmigkeit und wohl das schönste Denkmal des romanischen Mittelalters. Die türmereichen Häuser und alten Ansitze, die sich darum scharen, könnten viel erzählen. Von berühmten Männer etwa, die aus dem Bereich des Kollegiatsstiftes hervorgingen, die Kunst, Poesie und Wissenschaft beeinflußten. Vom Kontrast, den die barocke St. Michaelskirche bildet und von der Entwicklung des Klosters zur Ortschaft mit fast schon städtischem Charakter. Auch die Umgebung ist gigantisch.